In dieser Session näherten wir uns dem Thema „Pädagogische Wirkungsmacht“ auf assoziativ-körperliche und ko-konstruktive Weise mithilfe von Impro-Theater. Markus leitete uns durch drei aufeinander aufbauende Phasen – vom Individuum über das Duo hin zum System.
Zunächst bewegten wir uns frei im Raum und froren intuitiv in Statuen ein. Der Fokus lag darauf, Assoziationen körperlich erfahrbar zu machen. In der zweiten Phase arbeiteten wir paarweise: Wir ließen uns gegenseitig bewegen, spiegelten die Bewegungen des Gegenübers und vergrößerten sie bewusst. Hier ging es darum, die direkte Übertragung von Wirkung und Energie zu erfahren. In der Gruppenarbeit bauten wir dann kokreativ eine gemeinsame „Maschine der Wirksamkeit“ aus Bewegungen auf – ein ineinandergreifendes System, das Kooperation und Wirkungsmacht darstellte.


In der Reflexionsrunde im Blitzlicht-Format wurde deutlich, wie stark der Transfer vom körperlichen Erleben auf die pädagogische Praxis war. Der spontane, körperliche Zugang machte Perspektiven und Dynamiken sofort sichtbar, deren rein intellektuelle Erschließung sehr aufwendig gewesen wäre. Die physische Bewegung löste direkte Emotionen aus, die wir im zweiten Schritt rational deuten konnten. Das half uns dabei, alte, eingefahrene Denkmuster zu verlassen und buchstäblich „Neuland zu betreten“.
Die „Maschinen“-Übung schärfte unseren Blick für das System: Wo werde ich gebraucht? Welcher Teil fehlt noch, damit das Ganze funktioniert? Wir stellten fest, dass die Vorübungen in der Gruppenaufgabe nachwirkten – wir entschieden bewusster und reflektierter, wie und wo wir uns in das System einbrachten. Dabei wurde auch deutlich, wie wichtig Themen wie die eigene Außenwirkung, das „Raumgreifen“, aber auch die Selbstfürsorge innerhalb eines wirkenden Systems sind.
Die Maschine funktionierte als starkes Bild dafür, wie Kooperation im besten Fall aussieht und wie sehr sie auf gegenseitiger Ermutigung basiert. Die Session zeigte auf, was es braucht, um andere zu begeistern und in Bewegung zu versetzen: Alle individuellen Teile und Impulse sind nötig und bedingen einander, damit das pädagogische Gesamtsystem wirkungsvoll „rundläuft“.

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