Session-Dokumentation: Durch innere Entwicklung zu äußerer Veränderung – am Beispiel der Inner Development Goals

In dieser Session im Rahmen unseres Vor-Ort Treffens in Göttingen haben wir gemeinsam reflektiert, wie das Rahmenwerk der Inner Development Goals (IDGs) uns zu mehr Wirkungsmacht verhelfen kann.

Zunächst stellte Nele die verschiedenen Dimensionen der Inner Development Goals vor: Sein, Denken, Beziehung, Zusammenarbeit und Handeln. Dabei zeigte sich schnell, dass insbesondere in den Dimensionen Sein und Beziehung bisher die größten Lücken im Bildungssystem bestehen.

Anschließend sammelten wir zahlreiche Anknüpfungspunkte zu unserer eigenen Praxis:

  • Schreibkompetenz als grundlegende Fähigkeit, sich mitteilen zu können
  • Selbstwirksamkeit – sowohl für Lehrende als auch für Lernende zentral
  • Die Erkenntnis, dass Bildung bisher sehr nach außen orientiert ist
  • Der Blick nach Schweden, wo deutlich mehr Vertrauen in Pädagog*innen herrscht – ein Vertrauensverhältnis, das auch auf Systemebene (z.B. zwischen Schulaufsicht und Schulen) in Deutschland fehlt und noch wissenschaftlich untersucht werden müsste
  • Der enge Zusammenhang mit Demokratiebildung

Wichtig war uns, dass innere Entwicklung nicht ohne Zielklärung erfolgen kann. Als zentrales Ziel wurde gesellschaftliche Handlungsfähigkeit identifiziert. Weitere Bezüge wurden hergestellt zu:

  • Organisationsentwicklung (Stichwort: Joana Breidenbach – „New Work is Inner Work“)
  • Beziehungsarbeit als Grundlage für innere Entwicklung
  • Der besonderen Relevanz für marginalisierte und diskriminierte Gruppen, etwa bei Themen wie Gewalt oder Kinderarmut

Als Herausforderung haben wir diskutiert, dass die Dimension des Seins viel Zeit kostet: Wie lässt sich das abrechnen? Wenn innere Entwicklung nur „oben drauf“ kommt, funktioniert es nicht.

Ein wichtiger Warnhinweis betraf die Gefahr der Individualisierung und Selbstoptimierung. Das wollen wir nicht! Stattdessen sollte am System angesetzt werden. Als bewusste Strategie haben wir das Weglassen identifiziert, was unmittelbar zur üblichen Kritik an der Prüfungskultur und der damit verbundenen Selektion führte.

Als konkreten Hebel nahmen wir mit, Raum zu schaffen für die Dimension des Seins und der Beziehung – eine Voraussetzung, die natürlich immer mit strukturellen Veränderungen verbunden ist.

Weitere Informationen zu den IDGs finden sich auf der Website innerdevelopmentgoals.org

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